Was ist Freiheit? Kann man überhaupt noch entkommen?
Aus einem Escape Room musst du entkommen, das weiß jeder. Aber wissen wir eigentlich noch, was echte Freiheit bedeutet?
Wir haben bei DarkPark eine WhatsApp-Gruppe fürs Personal, in der wir alles Mögliche rund um die Escape Rooms teilen können. Superpraktisch!
Seit Jahren gibt es in unserem Team eine Mitarbeiterin ohne Smartphone. Eine junge Frau, die sich dafür entscheidet, einfach ein altmodisches Nokia dabeizuhaben, um telefonieren zu können, und sonst nichts. Sie ist also auch nicht in unserer WhatsApp-Gruppe, und das ist manchmal ziemlich unpraktisch, aber tief im Inneren bin ich insgeheim neidisch auf sie. Sie hat den Mut, sich nicht von dem Sog mitreißen zu lassen, von dem wir uns als Menschheit unbewusst haben gefangen nehmen lassen. Sie hat kein WhatsApp, keine sozialen Medien, keine Nachrichten-App wie NU.nl, kein Netflix, keine E-Mails und keine Spielchen auf ihrem Handy, die süchtig machen. Sie kann telefonieren, und das reicht.
Die Illusion der Verbundenheit
Als ich jung war, hat mir meine Mutter beigebracht, dass es wichtig ist, die Nachrichten zu verfolgen. „Wir müssen doch ein bisschen mitbekommen, was in der Welt passiert.“ Vielleicht war das früher auch so, als es nur Zeitungen gab und jede Stunde eine Nachrichtensendung von höchstens 10 Minuten. Aber heute sind die Nachrichten überall. Du kommst nicht mehr an ihnen vorbei. Manchmal frage ich mich, ob es wirklich so gesund ist, zu jeder Tageszeit mit all dem Elend der Welt konfrontiert zu werden. Bei mir selbst merke ich jedenfalls, dass sich nach ein paar Minuten eine Art Schwermut in meinem Kopf breitmacht, sobald ich anfange, durch Nachrichtenseiten oder soziale Medien zu scrollen.
Mein Traum
Ich war schon immer ein Träumer, und wenn du schon träumst, dann träum groß! Vielleicht eröffne ich eines Tages wirklich den Freizeitpark, von dem ich schon mein ganzes Leben lang fantasiere, oder vielleicht entdecke ich eines Tages, dass gerade das Loslassen mancher Dinge für das Gefühl von Freiheit und Glück sorgt, nach dem ich suche (und, wie ich glaube, alle anderen auch). Auch das ist eine Form, groß zu träumen.
Auch für DarkPark habe ich große Träume. Escape Rooms, die wirklich für Transformation sorgen, in die du als jemand anderes hineingehst und aus denen du als du selbst herauskommst. Ich will weiter gehen, als dich eine Stunde lang die Sorgen deines Alltags vergessen zu lassen. Ich will dir helfen, deine eigene Kraft zu entdecken. So wie ein schönes Buch dir eine Einsicht schenken kann, durch die dein ganzes Leben plötzlich eine neue Richtung bekommt, oder wie ein Film, ein gutes Gespräch oder ein schönes Musikstück dich tief in der Seele berühren kann, sodass du plötzlich alles in einem anderen Licht siehst. Genau das versuche ich mit den Escape Rooms, die ich bei DarkPark entwerfe, und ich kann dir sagen, dass das keine einfache Reise ist, aber wenn ich sehe, was es manchen Menschen bedeutet, dann ist es all den Schmerz, den Frust und die Rückschläge mehr als wert!
Die Mauer
Schmerz, Frust und Rückschläge? Ja, leider gehört das dazu, wenn du versuchst, echte Veränderung zu bewirken. Nicht jeder ist bereit, den Kampf mit sich selbst aufzunehmen. Viele Menschen haben eine Mauer um sich herum gebaut, hinter der sie sich sicher fühlen. Das Tragische ist, dass gerade diese Mauer verhindert, dass sie wirklich glücklich sein können. Sie leben, ohne es zu wissen, wie eine Art Zombies in einer Welt, die nicht dabei hilft, den Schmerz zu verarbeiten, sondern nur dabei, die Mauer noch höher zu mauern. Soziale Medien, Werbung, Hass im Netz und negative Nachrichten über eine Welt, die immer schneller auf den Abgrund zurast. Eigentlich ist es fast unmöglich geworden, ‚einfach glücklich‘ zu sein. Kein Wunder, dass so viele Menschen beschlossen haben, sicher hinter ihrer Mauer sitzen zu bleiben.
Das Leben ist ein Escape Room
Und dann kommt plötzlich so ein Typ daher, der versucht, diese Mauer einzureißen, während du eigentlich nur mal eben eine Runde Escape Room spielen wolltest. Na super.
Aber wenn du träumst, dann träum groß! Ich versuche also wider besseres Wissen trotzdem, den Menschen zu zeigen, dass die Scheinwelt, die sie sich gebaut haben, eigentlich nicht das echte Leben ist. Mit Liebe helfe ich, diese Mauer Stein für Stein abzutragen, aber manchmal geht das mit Schmerz und Angst einher, und nicht jeder traut sich, sich dem zu stellen. Dann bekomme ich manchmal Kritik oder schlechte Bewertungen, aber das hält mich nicht davon ab, immer wieder Neues zu bauen. Um Menschen zu helfen, ein neues Stück von sich selbst zu entdecken. Um einfach wieder glücklich zu werden.
Wie schön wäre das? Wenn wir alle einfach zufrieden und glücklich wären! Kein Hass, kein Neid, keine Vorwürfe und keine Eifersucht. Einfach glücklich sein, zusammen.
Der Teufel in deiner Hosentasche
Und damit sind wir wieder bei diesem Handy. Dem einfachen Nokia meiner treuen Kollegin und dem überschallschnellen iPhone, das ich selbst mit mir herumtrage. Dem iPhone, das mir Zugang zur ganzen Welt verschafft und das Tor zu einem reichen und erfüllten Leben sein sollte, das aber unbemerkt den Teufel in mein Leben gelassen hat.
Ich baue mit Blut, Schweiß und Tränen an meinen Escape Rooms, um das Leben anderer Menschen (wider besseres Wissen) ein Stück schöner zu machen, und trage währenddessen ein Gerät mit mir herum, das mich davon abhält, alles zu geben, und das sein (oder ihr, keine Ahnung, ob mein iPhone ein Junge oder ein Mädchen ist) Bestes tut, um mich auszubremsen, mich von dem abzulenken, was wirklich wichtig ist, und mich (zutiefst) unglücklich zu machen.
Auch ich bin zu feige, das Ding einfach loszuwerden. Mich für das Glück zu entscheiden, für die Freiheit.
Der erste Fluchtversuch
Vor ein paar Monaten habe ich einen ersten kleinen Schritt gemacht. Ich habe die Mail-App von meinem iPhone gelöscht. Ich habe mir keine Zeit gelassen, darüber nachzudenken, denn dann hätte ich mich selbst überredet, es nicht zu tun, also habe ich es einfach getan. Zack. App weg. Ich hatte Todesangst, nicht mehr erreichbar zu sein. Nicht mehr 24 Stunden am Tag Zugang zu allem zu haben, was mir irgendwer an den Kopf werfen wollte. Dass sich die Welt ohne mich weiterdrehen würde.
Aber das passierte nicht. Das Leben ging einfach weiter. Natürlich hatte ich auf meinem Laptop immer noch ganz normal E-Mail, aber den hatte ich wenigstens nicht den ganzen Tag bei mir.
Nachlegen
Nach diesem gelungenen Experiment beschloss ich, noch einen Schritt weiterzugehen und aus allen WhatsApp-Gruppen auszutreten, in denen ich war. Wirklich aus allen. Nur noch Einzelchats und keine Gruppen mehr, in denen den ganzen Tag die belanglosesten Dinge geteilt wurden. Keine Katzenvideos mehr, keine Fußballmütter mehr, die mit der Einteilung der neuen Mannschaften nicht einverstanden waren, keine platten, witzig gemeinten Reaktionen auf Reaktionen auf Reaktionen mehr. Ruhe. Das erwies sich allerdings als größerer Schritt als das Löschen der Mail-App. Plötzlich war ich nicht mehr über alles auf dem Laufenden, wurde nicht mehr zu Gruppenausflügen eingeladen, aber was es mir brachte, war noch viel wertvoller!
Früher war alles besser
Manchmal frage ich mich, wie um Himmels willen die Leute in der Zeit vor der Erfindung des Smartphones durch den Tag gekommen sind. Was haben die den ganzen Tag gemacht? War das Leben damals nicht stinklangweilig?
Tja, eben nicht. Die Leute spielten Spiele, führten Gespräche, schrieben sich Briefe, lasen Bücher, legten Musik auf und setzten sich dann in einen Sessel, um ihr mit voller Aufmerksamkeit zuzuhören, gingen spazieren und in der Stadt ein Eis essen, hingen ihren Gedanken nach und ließen so ihr Gehirn zur Ruhe kommen, liebten sich, ohne ständig von diesem piepsenden Ding auf dem Nachttisch abgelenkt zu werden.
Früher war alles besser. Na ja… in diesem Fall vielleicht wirklich.
Der letzte Feind
So spazierte ich eine Weile ohne E-Mail und WhatsApp-Gruppen in der Tasche durchs Leben, und das gefiel mir prima. Trotzdem hatte das Ding noch zu viel Macht über mich. Beim Bauen eines Escape Rooms musst du manchmal kurz warten. In diesen Momenten merkte ich, dass meine Aufmerksamkeit sofort zu meiner rechten Hosentasche wanderte. Dass meine rechte Hand, als hinge ein Gummiband daran, automatisch in diese Richtung gezogen wurde, um nach diesem kleinen schwarzen Kästchen zu greifen, nur um diese eine Minute zu füllen, und ehe ich mich versah, war eine Stunde vorbei und ich hatte wie ein Zombie gescrollt. Eine ganze Stunde weg, und was hatte ich getan? Keine Ahnung, die Stunde war einfach plötzlich weg. Nichts gelernt, nichts geschaffen, nichts zu dieser Welt beigetragen, nur gedankenlos durch das Elend gescrollt oder durch die angeblich perfekten Leben anderer.
Es brauchte radikalere Maßnahmen, um wirklich die Kontrolle über mein Leben zurückzubekommen. Mit Willenskraft allein schaffte ich es nicht, dieses Kästchen war zu schlau, wusste zu genau, wie es mich verführen konnte. Ich musste es mundtot machen.
Die Versuchung ausschalten
Ich fing mit den Spielen an. Ohne E-Mail und WhatsApp-Gruppen war eine Leere entstanden, und mein schwarzes Kästchen hatte mich dazu verführt, dieses Loch mit Rätselspielen zu füllen. Die hatten schließlich etwas mit Escape Rooms gemeinsam, also war das nicht so schlimm. FALSCH! Genauso schlimm! Machen genauso süchtig. Die Dinger mussten weg, also tat ich es. Es waren viele, und es kostete mich meine ganze Willenskraft, ihnen eins nach dem anderen die digitalen Hälschen umzudrehen, während sie mich mit ihren flehenden quadratischen Äuglein ansahen, aber ich zog es durch.
Es änderte sich nichts. Ich habe sie keinen Moment vermisst. Unglaublich. In meinem Kopf wurde es ruhig. Das Gummiband zwischen meiner rechten Hand und meiner Hosentasche wurde schlaffer, aber ein großer Feind musste noch besiegt werden. TikTok!
Der Endgegner
„TikTok löschen ist doch nicht so schwer?“, höre ich dich sagen. „Was hast du überhaupt auf TikTok gemacht?“ Es mag dich überraschen, aber TikTok ist mehr als verrückte Tänzchen, Katzenvideos, Leute, die hinfallen, Lifehacks, die nicht funktionieren, und Pranks, die nicht lustig sind. Ich folgte einem Mönch in orangefarbener Robe, der in einem thailändischen Tempel saß und nichts sagte, aber wenn er dann etwas sagte, war das ziemlich weise. Ich folgte Unternehmern, die erreicht hatten, was ich erreichen will, und ihre Geheimnisse bereitwillig teilten, ohne dass man erst ihr Onlineprogramm kaufen musste. Ich folgte weisen Frauen, die dieselben Fragen stellten wie ich, aber schon Antworten gefunden hatten (wahrscheinlich, weil sie ein Nokia hatten und kein iPhone). Meine Timeline war so aufgebaut, dass ich dadurch ein weiserer Mensch werden würde, aber seltsamerweise passierte das trotzdem nicht.
TikTok musste also dran glauben. Würde ich das wirklich tun? Fuck it, ja, mach es einfach! Und ich tat es.
Fokus und Freiheit
Das war am Anfang meines Urlaubs, inzwischen eine Woche her. Ich habe in dieser Woche zwei Bücher gelesen. In früheren Urlauben nahm ich immer so 3 Bücher und noch mehr gute Vorsätze mit, aber noch nie hatte ich es geschafft, sie auch wirklich zu lesen. Die Bücher kamen immer ungeöffnet wieder mit nach Hause, und mein iPhone grinste. Jetzt hatte ich auf einmal zwei Bücher gelesen!
Diese Geschichte hat noch kein Ende. Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht. Der letzte Feind auf meinem Weg ist Instagram, aber diese App nutze ich, um mit den Fans unserer Escape Rooms zu kommunizieren. Ich hoffe, eines Tages auch dafür eine Lösung zu finden. Die Ruhe in meinem Kopf ist jedenfalls herrlich. So müssen sich die Menschen gefühlt haben, bevor es Smartphones gab. Ich bin fokussiert, und es fühlt sich an, als könnte ich Berge versetzen. Vielleicht spiele ich demnächst mal wieder einen Escape Room, das ist schon viel zu lange her. Her mit dem echten Leben.
Hello world!